"Eine Hochzeit ist!" ruft der Rabbi dem Schneider zu. "Kannst du mir einen neuen Anzug machen? Ganz schnell?" "Aber wohl." "In drei Tagen?" "In drei Tagen", verspricht der Schneider. Es kommt der dritte Tag, der Anzug ist nicht fertig. Es kommt der vierte Tag - der Anzug ist nicht fertig. Auch am fünften und sechsten, nichts ist fertig. Endlich am siebten Tag kann der Rabbi den Anzug anprobieren - und ihn sogar mitnehmen. "So!" sagt er zürnend zu dem Schneider. "Unser Gott hat sieben Tage gebraucht, um die Welt zu erschaffen - und du brauchst sieben Tage, um mir einen Anzug zu nähen." "Rabbi, mein Leben", sagt der Schneider gottergeben. "Mein Anzug, das ist das Beste. Da paßt Hose und Jacke. Und Rabbi - schau dir die Welt an."
Uri kommt zu Isaak, der ein Kleidergeschäft hat. "Hallo, alter Freund!" ruft Uri. "Hallo, wie geht das Geschäft?" "Pst, pst", mahnt ihn Isaak. "Sei leise, das Geschäft schläft." Behutsam und auf den Zehenspitzen schleicht Uri wieder hinaus. Nach zwei Monaten kommt er wieder. Eingedenk der letzten Ermahnung spricht er ganz leise: "Na, wie geht's denn jetzt?" "Du kannst ruhig schreien", entgegnet ihm Isaak. "Was ist mit dem Geschäft, schläft es immer noch?" "Nein", sagt Isaak. "Es ist tot."
Isaak wirbt um die Tochter des Geschäftsinhabers Silberstein. "Haben Sie sich auch überlegt, junger Mann", beginnt Silberstein, "daß Sie meine Tochter sichern müssen?" "Nun, geehrter Herr, ist sie gesichert", erklärt der Bewerber. "Wenn mir etwas zustößt, bekommt sie eine Lebensversicherung über 50 000 Dollar." "Schön", sagt Silberstein und kratzt sich am Kopf. "Aber sagen Sie mir, junger Mann: Was geschieht, wenn Ihnen wird nichts zustoßen?"
Moische faßt sich ein Herz. Er geht zum Vater seiner Freundin Ruth, dem Bankier Rosenzweig. Er ist verlegen, er wird rot. "Nun", sagt er, "nun wollte ich Sie etwas fragen." Der Bankier bleibt ruhig. "Nun, sprechen Sie, junger Mann, sprechen Sie." "Ja, wissen Sie, ehm..." "Ich weiß schon, Sie sind ein bißchen schüchtern." "Ehm, Herr Rosenzweig..." "Sprechen Sie doch klar und deutlich!" sagt der Bankier vor: "Ich möchte gern Ihre Tochter heiraten. Also gut, sage ich Ihnen gleich - meinen Segen haben Sie." "Nein! Nein! Nein!" beteuert Moische. "So weit ist es nicht. Ich wollte Sie bloß fragen, ob Sie mir... ob Sie mir vielleicht... ob Sie mir vielleicht 2000 Mark leihen könnten?" "Was!" ruft der Bankier. "Sind Sie verrückt geworden, junger Mann? So gut kennen wir Sie auch nicht!"
Der alte Silberstein liegt im Sterben. "Meine Tochter, komm her zu mir", flüstert der Sterbende mit schwacher Stimme. Weinend beugt sich Sarah über den Vater. "Ich wünsche dir, meine geliebte Tochter, daß du bald einen Mann findest, der dich heimführt", flüstert Silberstein. Tapfer nickt Sarah unter Tränen: "Und nun du, Herschel", fährt Silberstein mit erstarkender Stimme fort. "Du, Herschel, mein Sohn, bist hoffentlich nicht so blöd, daß du jemals heiraten wirst!"
Petrus muß zu einer Konferenz. Und er hat seine Position an der Himmelspforte Moses übergeben. Jetzt kommt eine Nonne und begehrt Einlaß in den Himmel. "Wer bist du?" fragt Moses. "Ich", antwortet die Nonne, "das müßten Sie doch wissen. Ich bin die Braut Jesu!" "Hei, kommt mal her", ruft Moses. "Nebbich, habt ihr schon gehört? Der Junior will heiraten."
Der alte Rabbi ist krank. Der Arzt untersucht ihn. "Na, Rabbi, brauchst du keine Angst zu haben vor dem Sterben. Jetzt bist du 80. Und 90 Jahre kannst du werden." "Das glaub' ich nicht", sagt der Rabbi. "Gott ist einer von unsere Leut." "Wie meinst du das?" fragt der Arzt. "Na - wird er mich nehmen mit 90, wenn er mich haben kann für 80?"
Der kleine Isaak ist den ersten Tag in der Schule. Der Lehrer erklärt den Aufbau des Menschen. "Also Kinder", sagt er. "Der Mensch kann mit dem Mund reden, mit den Füßen laufen, mit der Nase riechen und mit den Händen arbeiten." "Falsch, falsch!" ruft Isaak. "Wieso falsch?" "Nuna - bei uns in der Familie da riechen die Füße, läuft die Nase, arbeitet das Mundwerk, und reden tut man mit die Hände."
Demütig kommt der Buchhalter Silberstein ins Büro des Chefs. "Möchf ich Sie aufmerksam machen, Herr Direktor", sagt er und verneigt sich. "Bin ich heute genau 25 Jahre in Ihrer Firma." Sofort springt der Chef auf, ergreift Silbersteins Hand mit beiden Händen, schüttelt sie und ruft: "Silberstein! Sind Sie ein glücklicher Mann! Nicht jede Firma wird bestehen 25 Jahre."
David hat drei Vertreter, die den Kunden an der Haustüre Ware andrehen. Und jeder von ihnen reklamiert, er sei wohl der beste Vertreter der Welt. "Ich", sagt Uri. "Ich habe verkauft an einen Bauern mit nur einer Kuh eine Melkmaschine und habe mitgenommen die Kuh als Anzahlung." "Gar nichts, gar nichts", sagt Isaak. "Von mir hat ein Ehepaar bekommen ein Radio, eine Waschmaschine, einen Kühlschrank - und die hatten gar keinen Stromanschluß." "Ich bin der Beste", sagt Moische als letzter. "So", fragt der Chef. "Was hast du denn verkauft?" "Eine Kuckucksuhr." "Das ist doch nichts Besonderes!" "Ich habe dem Besitzer gleichzeitig ein Fünfjahresabonnement für Vogelfutter verkauft."
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