Ein jüdisches Ehepaar - seit 20 Jahren verheiratet - ist an der See. Die Frau springt ins Meer. Ganz aufgeregt kommt sie wieder zum Strand. "Isaak, Isaak!" ruft sie. "Hast du gesehen? Da ist eine Welle gekommen und hat mich geküßt!" "Hab ich wohl gesehen", sagt Isaak. "Aber hab ich auch gesehen, wie sie gleich danach gebrochen hat."
Uri, der Sohn des Bankiers, ist erst fünf Jahre alt. Und nun hat ihn sein Kindermädchen zur Ruhe gebettet. Er hat die Augen geschlossen. "Schläfst du?" fragt sie. Uri antwortet nicht. Da geht sie behutsam und auf Zehenspitzen hinaus. Uri springt sofort hoch und sieht, wie sie im Zimmer des Chauffeurs verschwindet. Er schaut durchs Schlüsselloch. Im selben Moment kommt sein Vater. "Uri!" fragt er. "Was machst du denn da?" "Ich schaue, was der Chauffeur und das Dienstmädchen machen." "Was machen sie denn da?" will der Vater neugierig wissen. "Weiß nicht", sagt Uri. "Auf alle Fälle - sie machen es schnell."
Kohn will das Geschäft ganz groß aufziehen. Er investiert Geld und wieder Geld und wieder Geld in das Geschäft - und eines Tageg hat er alles verloren. Mit gesenktem Kopf tritt er vor sein Weib. "Sarahleben", sagt er. "Es kommt eine schlimme Zeit. Wir werden leben müssen von der Luft und von der Liebe." "Macht nichts, Kohn, macht nichts", tröstet sie ihn. "Wir werden durchkommen." Am andern Tag kommt Kohn nach Hause. Was sieht er? Seine junge Frau rutscht splitterfasernackt das Treppengeländer herunter. "Sarah!" schreit er "Was machst du da?" "Dumme Frage, Kohn", antwortet sie. "Ich wärme das Mittagessen."
Moische trifft den Kohn auf der Straße. "Hör' zu", sagt Moische. "Der Herschel ist gestern von einer Reise zurückgekommen und hat seine Frau Sarah mit Daniel gesehen, im Bett, und hat ihn sofort erschossen." "Ui", sagt Kohn. "Es hätt' schlimmer kommen können." "Wieso schlimmer kommen können?" "Wenn Herschel vorgestern zurückgekommen wäre, wäre ich tot."
Der Rabbi ist mit der Vergnügungsfreudigkeit seiner Töchter nicht ganz einverstanden. Aber nichts Genaues weiß er nicht. So hebt er eines Abends an: "Mir ist heute Nacht erschienen der große Gott. Er hat seine Arme über mich gebreitet und gesagt: Rabbi hör zu! Ich will Sitte und Anstand in diesem Land wieder aufrichten. An jede Jungfrau deines Landes habe ich einen persönlichen Brief geschrieben." "Oh!" rufen die Töchter wie aus eirtem Munde. "Was hat er denn geschrieben?" "Nebbich", sagt der Rabbi nun voller Gewißheit. "Wußte ich doch, daß ihr keinen Brief bekommen habt."
"Hören Sie, Mendelson", sagt der Chef. "Sie haben nicht das Abitur, Sie haben nicht studiert, Sie haben nicht die Ausbildung, die ich will. 50 Bewerber mit allen Voraussetzungen sind da, die haben wollen die Stelle. Warum soll ich denn nehmen Sie, wenn die Arbeit so knapp ist?" "Darum, Herr Direktor, darum", sagt der Bewerber eifrig. "Sie werden nicht glauben, mit wie wenig ich zufrieden bin."
"Was?" fragt Isaak seinen Freund Blau. "Fünf Jahre hab ich dich nicht gesehen. Und jetzt kommst du und sagst, du bist immer noch nicht verheiratet." "Was bin ich ein Pechvogel", klagt Blau. "Wieso bist du ein Pechvogel?" "Immer,wenn ich eine heiraten will aus Liebe, hat sie zu wenig Geld."
Isaak sitzt mit seiner Sarah auf einer Parkbank. Nebenan sitzt ebenfalls ein Liebespaar. Sie hören Flüstern, Kichern, Lachen. "Siehst du", klagt Sarah. "In acht Minuten hat er sie achtmal geküßt. Warum tust du nichts solches?" "Na", fragt Isaak nachdenklich. "Wird se mich lassen?"
Jiri Tannenzweig, ein tschechoslowakischer Jude, wird vom Fernsehen interviewt. "Nun, Genosse Bürger, möchten wir gern wissen, was Sie sich für unser Land, die Tschechoslowakei, für das nächste Jahr wünschen." "Ich", sagt Jiri Tannenzweig. "Ich möchte wünschen, daß die Chinesen zwölfmal die Tschechoslowakei besetzen." "Ich höre wohl nicht recht", sagt der Reporter, der eine Direktübertragung macht. "Genosse Bürger Tannenzweig, wollen Sie nicht bitte erklären, was Sie für unser Land als Gutes wünschen?" "Ich wünsche, daß die Chinesen zwölfmal die Tschechoslowakei besetzen." "Aber, aber, Bürger Tannenzweig", mahnt der Interviewer. "Das kann nicht richtig sein. Was wünschen Sie denn wirklich Gutes, sehr Gutes für unser Land?" "Ich wünsche, daß die Chinesen zwölfmal die Tschechoslowakei besetzen." "So, so", kommentiert der Reporter verzweifelt. "Warum wünschen Sie denn das?" "Nuna", sagt Tannenzweig mit einem seligen Lächeln. "Müssen die Chinesen 24 mal durchkreuzen Rußland."
Einwanderungskontrolle in New York. Der kleine Mann im viel zu großen Anzug ist sehr demütig vor dem Einwanderungsbeamten. "Name?" "Grünspan." "Vorname?" "Herschel." "Geburtsort?" "Tel Aviv." "Religion?" "Höre Sie, Herr Einwanderungsbeamte", sagt da der kleine Mann und streckt seine Brust raus. "Heiße ich Grünspan mit dem Zunamen. Heiße ich Herschel mit dem Vornamen. Bin ich geboren in Tel Aviv. Nun frage ich Sie - werd' ich sein ein Hussit?"
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