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Nach drei Jahren Ehe ist die junge Sarah schwanger. Und von dem Tag an, an dem sie es weiß, verweigert sie Herschel jede Zärtlichkeit. "Sarah! Komm, liebe mich!" bittet Herschel. "Nein, Herschelleben, das kann ich nicht", beteuert Sarah. "Aber gehe hinauf in den ersten Stock, zu Frau Grünspan, sie wird dir aushelfen." "Zu Frau Grünspan?" empört sich Herschel. "Wenn ich komme mit meine Probleme, wird sie mich rausschmeißen." "Nein, wird sie nicht", beteuert Sarah. Herschel steigt nach oben. Nach zwei Minuten ist er wieder da. Mit einem blauen Auge. Und einem zerrissenen Anzug. "Siehst du, Sarah!" schreit er. "Hab ich's doch gesagt, hat mich Frau Grünspan rausgeschmissen." "Undankbares Weib!" schimpft Sarah. "Wo ich ihr doch so oft ausgeholfen habe."


Herschel bittet um die Hand der schönen Sarah. Artig steht er vor dem Vater. "Junger Mann", sagt Sarahs Vater und schaut ihm tief in die Augen. "Können Sie überhaupt eine Familie ernähren?" "Selbstverständlich!" beeilt sich Herschel zu sagen. "Überlegen Sie sich das gut", fährt der Vater geduldig fort. "Wir sind inzwischen neun Personen."


Der Rabbi ist strenggläubig. Er will, daß es alle Kinder der Gemeinde werden. Und so hämmert er ihnen Religion ein. "Sarah", wendet er sich an die Tochter des Bankiers Rosenzweig. "Nun sag mir: Wer war Moses?" "Moses... Moses - Moses war der uneheliche Sohn einer ägyptischen Prinzessin." "Sarah!" ruft der Rabbi entsetzt. "Stimmt nicht. Eine ägyptische Prinzessin hat Moses nur gefunden in einem Weidenkörbchen am Fluß." "Nuna", antwortet Sarah. "Möcht ich dasselbe sagen in ihrer Situation."


Der kleine Isaak ist den ersten Tag in der Schule. Und der Lehrer will ihm beibringen, wie die Natur alles eingerichtet hat. "Nun", sagt der Lehrer. "Isaak, wer sieht besser als der Mensch?" "Der Adler." "Sehr schön, Isaak. Und wer hört besser als der Mensch?" "Hm - die Katze." "Jawohl Isaak, sehr gut", sagt der Lehrer. "Und wer riecht besser?" Einen kleinen Moment überlegt Isaak, dann strahlt er und sagt: "Die Rose, Herr Lehrer, die Rose."


Der kleine Isaak ist den ersten Tag in der Schule. Der Lehrer erklärt den Aufbau des Menschen. "Also Kinder", sagt er. "Der Mensch kann mit dem Mund reden, mit den Füßen laufen, mit der Nase riechen und mit den Händen arbeiten." "Falsch, falsch!" ruft Isaak. "Wieso falsch?" "Nuna - bei uns in der Familie da riechen die Füße, läuft die Nase, arbeitet das Mundwerk, und reden tut man mit die Hände."


Großdiskussion in der Familie Rosenzweig. Und zwar über den Bräutigam, den der Vater ausgesucht hat. "Na, warum willst ihn nicht heiraten?" fragt Vater Rosenzweig. "Hat er nicht eine tadellose Vergangenheit." "Jawohl, stimmt", ereifert sich Sarah, die Gattin. "Und ist er nicht ein fleißiger Kerl, ist seine Zukunft nicht vielversprechend?" "Nuna", sagt das Töchterchen. "Stört mich nur seine Gegenwart."


"Natürlich, natürlich. Werd' ich mich freuen", sagt Blau. "Gehst du runter die Lauben-Avenue, siehst du ein rotes Haus. Mit einem großen Tor. Nimmst du den rechten Ellenbogen, schiebst du das Tor auf. Dann gehst du durch die Toreinfahrt durch, kommst du an einen Hof. Da ist ein weißes Gebäude. Und rechts auf der Seite ist eine kleine weiße Tür. Nimmst den linken Ellenbogen, stößt die kleine weiße Tür auf. Dann gehst du hoch zwei Treppen. Und wenn du oben bist im dritten Stockwerk, auf der linken Seite ist eine Klingel. Nimmst den rechten Ellenbogen, drückst auf den großen weißen Knopf - und da werd' ich sein, aufmachen und dich willkommen heißen." "Schön, schön", sagt Grün. "Aber- sag mal, warum soll ich denn für alles die Ellenbogen nehmen?" "Na", sagt Blau. "Wirst du nicht gebrauchen können die Hände, weil du halten mußt die Geschenke für meine Familie."


"Isaak", fragt Uri seinen Freund Blau. "Du weißt, ich werde nun bald 65 und bin seit fünf Jahren Millionär. Nun - habe ich mich verliebt in die schöne Ruth, die Tochter von Nelkenstrauß. Ist sie erst 19 Jahre alt. Meinst du, wenn ich sie frage, ob sie werden will meine Frau ? sie wird mich nehmen eher, wenn ich ihr sage, ich bin erst 50?" "Hm", sagt Blau und überlegt einen Moment. Dann hellt sich sein Gesicht auf: "Nebbich, ich denke die größte Chancen wirst du haben, wenn du sagst, du wirst nächste Woche 85."


Ein armer Jude bittet den reichen Kartoffelhändler Rosenzweig um zehn Säcke Kartoffeln - als Geschenk. "Kann ich Ihnen nicht zehn Säcke Kartoffeln als Geschenk machen", schreibt Rosenzweig. "Aber will ich Ihnen die Kartoffeln überlassen zum halben Preis." Der arme Mann schreibt einen Brief, in dem er um fünf Säcke Kartoffeln bittet. Fünf Säcke. Kartoffeln werden geliefert. Geld kommt keines. Nach vier Wochen schreibt der Kartoffelhändler einen Mahnbrief. Postwendend kommt die Antwort: "Verstehe nicht, geehrter Herr, warum Sie sich beschweren. Haben Sie versprochen, mir zu liefern zehn Säcke zum halben Preis. Hab ich Ihnen abgenommen fünf - bin ich Ihnen also nichts schuldig."


"Was heißt hier Krieg und Störung?" sagt ein Jude aus dem Grenzgebiet zu dem anderen. "Ich hab' da keine Schwierigkeiten. Die können schießen mit Granaten, die können schießen mit Artillerie - meine Frau schläft, und die ist nicht wach zu kriegen. Nicht mit Geld und gute Worte." "Du lügst, Isaak", schimpft da die Frau. "Mit Geld hast du es noch nie versucht."